2019-10-12: Festabend zum 100-jährigen Bestehen des TVE

Keineswegs von Langeweile geprägt war der viereinhalbstündige Festabend zum hundertjährigen Bestehen des TV Erkheim in der Schulverbandshalle. Dazu trugen die abwechslungsreichen Beiträge bei der Präsentation der einzelnen Abteilungen ebenso bei wie die Moderatoren, der TVE-Vorsitzende Jochen Scheufele mit seinen Kindern Sophie und Max sowie Josef Zeitner, die mit kurzen Interviews mit Sportlern oder Trainern zum nächsten Programmpunkt überleiteten. Weiterhin standen Grußworte und die Auszeichnung von Josef Zeitner mit dem Josef-Maier-Gedächtnispreis auf dem Programm. Für die über 400 Besucher gab es zudem ein vom Verein gesponsertes Essen.

Der Verein erfülle mit seinen Sportlern und etwa 80 Übungsleitern die Gemeinde mit Leben und sei somit das Herz der Kommune, so Scheufele. Bürgermeister Christian Seeberger hob die Bedeutung des TVE für das dörfliche Leben und die ehrenamtlichen Tätigkeiten hervor, ohne diese keine sportlichen Erfolge möglich seien. Bei der Vereinsgründung 1919 sei das Leben der Menschen von Sparsamkeit und Armut geprägt gewesen, sagte der stellvertretende Landrat Helmut Koch. Neben dem Sport habe auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bei der Errichtung des Vereins im Hintergrund gestanden.

Als beeindruckend bezeichnete Uli Theophiel, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverband, was der TVE im sportlichen Bereich und beim Bau der Sportanlagen geschaffen habe. Um als Verein bestehen zu können, seien gewisse Kernaufgaben wie Qualität bei den Übungsleitern und in der Vereinsführung, aber auch Idealismus wichtig, so Ralf Krieger, Vorsitzender des Turngau Allgäu. Johann Wagner, Fußball-Bezirksvorsitzender, bescheinigte dem TVE, ein verlässlicher Partner bei Entscheidungsspielen und Spielgruppentagungen zu sein.

Josef Zeitner hielt Rückblick auf die Vereinsgeschichte und zeigte dabei alte Fotos und Ausschnitte aus Protokollbüchern. Er verwies auch auf die Festschrift, die jeder Besucher nach der Feier mit nach Hause nehmen konnte. Bei der Vorstellung der Abteilungen erfuhren die Besucher einige interessante Tatsachen. So habe eine im Brückencafé zufällig entdeckte Tischtennisplatte schließlich zur Gründung der Tischtennisabteilung geführt, doch erst nach drei Jahren gelang gegen Bad Grönenbach der erste Sieg, berichtete Peter Denlöffel. Zum Aufstieg 1995 habe sogar Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern im Namen der Lizenzspieler in einem Schreiben gratuliert.

Insgesamt zehn Mal hätten die Fußballer die Spielstätte wechseln müssen, ehe sie 1983 auf das Sportgelände im Westen Erkheims zogen, teilte Maximilian Seitz mit. Manfred Münsch informierte über Turngruppen und Turnfeste, ehe Kinder Übungen vortrugen und zur Musik aus dem Musical Tarzan tanzten. Ein Film gab Einblick in die abwechslungsreiche Trainingsarbeit in der Kinderleichtathletik. Roland Frehner bat dann prominente Erkheimer Leichtathleten wie Lilo Plener, Norbert Schmid, Olympiateilnehmerin Gerda Ranz, Robin Adelwarth und die momentane Nachwuchsspitzenläuferin Sabrina Hafner auf die Bühne. Von Hafner erfuhren die Besucher, dass sie gerne einmal mit Usain Bolt trainieren würde.

Über die Entstehung der Skiabteilung berichtete Wilhelm Fritz, über die der Eissportabteilung Reinhard Harzenetter. Beim Spiel „1, 2 oder 3“ musste je eine Mannschaft des Gemeinderats, der TVE-Prominenz und der Fußballabteilung die von Martin Reichgruber gestellten Fragen über Volleyball beantworten. Manfred Biechele informierte über die Badmintonabteilung und teilte mit, dass Badminton mit über 490 km/h den Temporekord unter den Ballsportarten halte.

Beachtung fanden auch die Ausstellungsstücke aus früherer Zeit, wie Jonglierkugeln, alte Skier, Urkunden und Trikots. Musikalisch gestaltete die Musikkapelle Markt Erkheim unter der Leitung von Michael Werner den Abend.

Ehrung

Josef Zeitner wurde für seine Verdienste für den TV Erkheim mit dem Josef-Maier-Gedächtnispreis ausgezeichnet. Er trainierte über zehn Jahre Fußballjugendmannschaften, war 20 Jahre lang Jugendleiter und dadurch Mitglied der Fußballabteilungsleitung. 14 Jahre lang war er für die Herausgabe der Stadionzeitung mitverantwortlich, seit über 20 Jahren ist er Stadionsprecher und seit drei Jahren Beisitzer in der TVE-Vorstandschaft. Weiterhin ist der Geehrte Gründungsmitglied der Tennisabteilung, für die er in den Anfangsjahren vier Jahre als Kassierer tätig war. Zeitner war auch federführend für die Herausgabe der 80-seitigen Festschrift.

Beim Josef-Maier-Gedächtnispreis handelt es sich um einen vom früheren Vorsitzenden Josef Maier im Jahr 1926 gewonnenen Bronze-Pokal, der einen Staffelläufer in Siegespose darstellt. Er wird seit 1963 an verdiente Vereinsmitglieder vergeben.

Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Jochen Scheufele bei Dieter Kellnhofer und dessen Ehefrau Irmgard, die beide aus den Protokollbüchern sowie Zeitungsartikeln aus dem Archiv der Memminger Zeitung die Geschichte des TVE zusammengestellt haben. Diese ist in digitalisierter Form für die Vereinsmitglieder erhältlich.