Tischtennis: TVE gelingt der Corona-Neustart mit einem 6:6 Remis gegen Kellmünz

Wer hätte das gedacht, dass wir auch nach über einem halben Jahr noch immer über diese “Dreggs-Virus” reden müssen?

Dass für uns der Neustart wieder in der Bezirksklasse B stattfindet und nicht eine Klasse tiefer in der C, ist gewissermaßen dem verfrühten, Corona-bedingten Abbruch Ende März zu verdanken (siehe dazu der letzte Bericht vom nicht mehr stattgefundenen Spiel gegen Ungerhausen).

So stand uns dann gleich zum Auftakt mit dem TSV Kellmünz der Absteiger aus der Bezirksklasse A gegenüber, eine vermeintlich harte Nuss. Bis vor einer Woche war noch völlig unklar, ob wir in unserer Halle überhaupt spielen können, da unsere Verbandshalle – obwohl riesengroß und wunderschön  – nicht über eine technische Belüftungsanlage verfügt. Nicht zuletzt ist es den Bemühungen unseres Bürgermeister Christian Seeberger zu verdanken, dass nun doch alle Hallensportler wieder “rein” können, wenn auch unter Einhaltung einiger “Corona-Regeln“. Ihm nochmal vielen Dank an dieser Stelle.

Unter anderem müssen jede Stunde alle Fenster, Türen und – wenn in ausreichender Zahl vorhanden – Bierflaschen “aufgerissen” werden, um eine ausreichende Stoßlüftung  bzw. Druckbetankung durchzuführen.

Dem Umstand, dass die Duschen gesperrt bleiben, begegnen wir mit extremer, asketischer Körperbeherrschung indem wir einfach auf das Schwitzen verzichten und eher auf innerliche Reinigung und Spülung setzen. Vorbildlicher geht es nicht mehr, da hätte selbst, der bei uns allen so beliebte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, seine helle Freude daran, der uns ja jede Woche aufs Neue daran erinnert, wie gefährlich Corona ist, wobei man davon ausgehen kann, dass der Mann zum Lachen wohl in den Keller geht.

Der von uns benutzte “Stauden Zwickel” für die innere Hygiene, wurde uns übrigens von unserem eigenen Gesundheitsexperten und Getränkefachwart wärmstens empfohlen.

Eigentlich wären wir mit voller Besetzung ins Match gestartet, wäre da nicht unser Hans Hölzle gewesen. Gerade Hans, der wegen seiner über 40jährigen Erfahrung zurecht als Erkheimer TT-Urgestein bezeichnet werden kann und die Zuverlässigkeit in Person ist, leistete sich einen kleinen Fauxpas. Kleinlaut und niedergeschlagen wie ein reuiger Sünder, beichtete er uns “I hau koin Schläger meh, dr mei isch in Österreich”. Und dabei war eine Frau im Spiel. Keine Sorge, es war seine eigene Ehefrau, die liebe Brigitte, die seine TT-Tasche zweckentfremdete, vermutlich zum Reise-Schminkkoffer umfunktionierte, davor aber nicht alle Taschen gründlich ausräumte. Nun war also der Schläger mitsamt Frau in Österreich und wir hoffen, dass beide wieder zurück kommen und nicht zulange in Quarantäne bleiben müssen.

Nach den neuen Bestimmungen des BTTV werden nun im Mannschaftsspiel keine Doppel mehr gespielt, so dass das Match mit dem 7. Spiel entschieden ist. Trotzdem werden aber alle 12 Spiele (je 2 Spiele pro Spieler) ausgespielt und gewertet, was wiederum bedeutet, dass wir dieses Jahr wohl öfters zweistellig verlieren werden (z.B. 0:12, 1:11 oder so…).

Doch nun zum Spiel. Wir lagen recht schnell mit 0:4 im Rückstand, da wir beim ersten Durchgang im vorderen (P.Denlöffel, Tröbelsberger) und im mittleren Paarkreuz (Konrad, Haaf) nicht punkten konnten. Zum Glück war das hintere Paarkreuz von Kellmünz etwas schwächer bestückt und unsere “Hinterleute” (Martin, E.Denlöffel) hatten gute Chancen insgesamt 4 Punkte beizusteuern.

Das erste Schlüsselspiel des Abends sollte dann Berndt Tröbelsberger für uns entscheiden, der dabei schon 6 Matchbälle im 4. Satz abwehren musste und durch eine spielerisch und kämpferisch gute Vorstellung bestach.

5:6 nun der Spielstand bevor Engelbert Denlöffel zum letzten Einzel ran musste und dabei mit Janina Funke einem vermeintlichen “Leichtgewicht” gegenüber stand. Es entwickelte sich aber dann ein kleiner Krimi, der – sagen wir es höflich – kein “TT-Augenschmauß” werden sollte.

Beide Akteure sind von ihrer Spielanlage darauf aus, dass der Gegner das Spiel schnell macht und man dann selber durch gutes Blockspiel erfolgreich ist. Als dann im entscheidenden 5. Satz Engelbert bereits mit 3:6 in Rückstand lag und dabei auch noch kunstvoll zwei “Rückhand-Luftlöcher” setzte (vielleicht war die Lüftung zu stark), war der weitere Ausgang völlig ungewiss. Irgendwie verlor aber die junge Dame dann die Nerven und verzitterte ihren Vorsprung. Engelbert gewann das Spiel, der TVE erreichte seinen ersten Punkt und wir sind um Jahre gealtert, weil wir bis zum Schluss mitleiden mussten.